Wozu brauchen wir eigentlich Zink?

Zink ist ein sogenanntes Spurenelement, wovon der Körper nur ganz geringe Mengen benötigt. Es ist jedoch unverzichtbar für viele Stoffwechselreaktionen in den Zellen. An allen Wachstumsund Erneuerungsprozessen ist Zink beteiligt. Dies ist bei Kindern in der Wachstumsphase der Fall, aber auch bei der Wundheilung oder bei Infekten.

Haare, Nägel und Haut können nur aufgebaut werden, wenn genügend Zink vorhanden ist. Für den Eiweißaufbau, die Spermienproduktion und die Zellen des Immunsystems ist Zink unverzichtbar. Und insbesondere Diabetiker brauchen Zink zur Speicherung von Insulin. Außerdem mildert Zink Entzündungsprozesse.

Zink führen wir über unsere Nahrung zu. Da der Körper keine Zinkspeicher anlegen kann, müssen wir es also täglich aufnehmen. Geschieht dies nicht, so zeigt sich ein Zinkmangel überall da, wo Wachstum stattfindet: Es kommt zu Haarausfall, brüchigen Haaren und Nägeln, trockener und rissiger Haut, oder erhöhter Infektanfälligkeit.

Welche Nahrungsmittel enthalten besonders viel Zink? Das zinkreichste Lebensmittel ist die Auster, die allerdings bei uns kaum auf dem Speiseplan steht. In Deutschland decken wir den Zinkbedarf am leichtesten über Rindfleisch, Käse, Milcherzeugnisse, Eier und Vollkornprodukte. Seefi sch und Meeresfrüchte sind ebenfalls zinkreich.

Zink wird aus tierischen Lebensmitteln viel besser aufgenommen als aus Pflanzen. Daher weisen Vegetarier und vor allem Veganer fast immer einen Zinkmangel auf. Einige wichtige Medikamente senken den Zinkspiegel im Körper. Dies sind Blutdruckmittel aus der Familie der sogenannten ACE-Hemmer mit den Wirkstoffen Ramipril, Captopril, Enalapril oder Lisinopril.

Auch Blutdrucksenker aus der Familie der Diuretika mit den Wirkstoffen HCT und Torasemid lassen den Körper an Zink verarmen. Cholesterinsenker und die Antibabypille wirken ebenfalls als Zinkräuber. Alle diese Medikamente werden über Jahre hinweg eingenommen und müssen daher unbedingt von einer zusätzlichen Zinkeinnahme begleitet werden.

Bei Diabetes-Patienten verstärkt ein Zinkmangel die sowieso schon schlechtere Wundheilung. Das regelmäßige Gläschen Alkohol mehrten Zinkverlust. Auch manche Krankheiten erhöhen den Zinkbedarf: Neben Diabetes sollte man bei Allergien, entzündlichen Gelenkerkrankungen, beim Reizdarm-Syndrom oder auch bei Krebs daher Zink vermehrt zu sich nehmen.

Was gibt es dabei zu beachten? Ein Zinkpräparat sollte Zink in organisch gebundener Form als Gluconat und nicht als Zinksulfat oder Zinkoxid enthalten, weil es so besser aufgenommen wird. Die Wirkung wird durch eine Kombination mit Selen verbessert, weil Selen auch an vielen zinkabhängigen Prozessen beteiligt ist.

Als Obergrenze gelten 10 mg Zink pro Tag in Kombination mit 100 μg Selen zur längerfristigen Einnahme. Eine Ausnahme gilt für die Einnahme von Zink bei Erkältungskrankheiten. Eine Hochdosis von 40 mg Zink für wenige Tage halbiert die Dauer der Erkältung. Man ist also schneller wieder auf den Beinen. In Kombination mit Vitamin C, Holunder, Sanddorn und Acerola ist die Einnahme als Lutschtabletten ideal.

MEIN GANZ BESONDERER TIPP

In Kombination mit Magnesium und Kalium reguliert Zink den Säure-Base- Haushalt des Menschen.  

 

 

Artikel von Dr. Holger Isensee


Hinweis: Dieser Artikel ist zuerst in der “Apothekenzeitung Gesundheit” erschienen. Ausgabe: Oktober • Dezember 2017.


Herausgegeben von dem Apotheker-Ehepaar Dr. Holger Isensee und Stephanie Isensee aus Pforzheim, in enger Kooperation mit DR.LECHNER© und MensSana.

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