Die Speiseröhre transportiert die Nahrung in den Magen. Sie ist mit einer ringförmigen Muskulatur ausgekleidet, die die Speisen befördert. Ist das Essen im Magen angelangt, so sorgt ein Schließmuskel dafür, dass nichts mehr zurückfließen kann.

Von einer Refluxerkrankung sprechen wir, wenn saurer Mageninhalt in die Speiseröhre zurückgelangt und hierbei Beschwerden verursacht, und zwar meist innerhalb der ersten drei Stunden nach einer Mahlzeit. Wenn der Reflux jedoch regelmäßig auch außerhalb der Mahlzeiten oder gegen Ende der Nacht auftritt, ist eine ärztliche Untersuchung angezeigt.

Es gibt unterschiedliche Ursachen für Sodbrennen: Auslöser kann eine schwere, fettreiche oder zu große Mahlzeit sein. Das gleiche gilt für übermäßigen Alkoholgenuss. Rauchen stellt einen weiteren Grund für Sodbrennen dar. Aber auch bei rund 70 % aller werdenden Mütter treten die Beschwerden gegen Ende der Schwangerschaft auf.

Schnelle Hilfe bei Sodbrennen

Abhilfe schaffen sogenannte „Antazida“, welche die Säurebestandteile sofort in ihre Schichtgitterstruktur einbauen und ausschleusen. Man nimmt sie als Kautabletten oder auch als Portionsbeutel am besten ein bis zwei Stunden nach dem Essen oder einfach bei Bedarf.

Sie sind sehr gut verträglich, und bestimmte Antazida können sogar in der Schwangerschaft eingesetzt werden. Auch Medikamente, die die Säureproduktion im Magen hemmen, bessern die Symptome. Diese sogenannten „Protonenpumpenhemmer“ wirken 24 Stunden lang und werden am besten abends eingenommen.

Sie verbessern auch die Magenverträglichkeit von Schmerzmitteln bei Personen mit empfindlichem Magen. Da sie jedoch die Zusammensetzung der Verdauungssäfte im Magen stark verändern, verhindern sie die Aufnahme wichtiger Mineralstoffe und Vitamine wie beispielsweise Vitamin B 12.

Werden sie zu lange eingenommen, muss man daher manche Mikronährstoffe als Ergänzung zuführen. Liegt die Ursache für die Refluxbeschwerden darin, dass die Weiterbeförderung der Nahrung aus dem Magen in den Darm gestört ist, ist ein anderer therapeutischer Ansatzpunkt erforderlich.

Hier liegt es nicht daran, dass man zu viel Säure produziert, sondern eher daran, dass die Säure am falschen Ort wirksam wird. Durch gezielte Steigerung der Magen-Darm-Motorik bessern sich diese Beschwerden, die oft mit Vollegefühl, Appetitlosigkeit und Übelkeit einhergehen.

Dies ist eine Domäne von pflanzlichen Arzneimitteln. Die Wirkstoffe aus Pfefferminz- und Kümmelöl oder auch die Wirkstoffe aus der bitteren Schleifenblume (Iberis amara) normalisieren die Magentätigkeit und stärken den Schließmuskel zur Speiseröhre hin.

Sodbrennen als Hinweis auf eine Störung des Säure-Base-Haushalts

Eine Neigung zu Sodbrennen verrät uns, dass sich der Säure-Base-Haushalt nicht im natürlichen Gleichgewicht befindet. Wie schafft man Abhilfe? Eine regelmäßige abendliche Zufuhr von basischen Mineralien wie Zink, Magnesium und Kalium stellt diese Balance wieder her, reduziert gleichzeitig nächtliche Wadenkrämpfe und verbessert die Darmtätigkeit. Sinnvoll ist ebenso eine vierwöchige Entgiftungskur für Speiseröhre und Magen durch flüssiges Trinkmoor aus der Natur.

MEIN GANZ BESONDERER TIPP:

Traditionell wird auch der Extrakt der Blutwurzel (Radix Tormentillae) als Magenbitter mit hervorragender Wirksamkeit eingesetzt.

Artikel von Dr. Holger Isensee


Hinweis: Dieser Artikel ist zuerst in der “Apothekenzeitung Gesundheit” erschienen. Ausgabe: Januar • März 2019.


Herausgegeben von dem Apotheker-Ehepaar Dr. Holger Isensee und Stephanie Isensee aus Pforzheim, in enger Kooperation mit DR.LECHNER© und MensSana.
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