Schnelle Hilfe bei Blasenentzündungen

Etwa 15 % aller jungen Frauen erkranken einmal im Jahr an einer Blaseninfektion. Übeltäter sind meistens E. coli Bakterien, die aus dem Darm stammen. Vom Darm haben sie es nicht weit bis zum Eingang der Harnröhre. Über ausgefeilte Mechanismen wandern sie über die Harnröhre hinauf in die Blase, in der der Urin gesammelt wird.

Dort vermehren sie sich und führen zu einer Blasenentzündung. Eine sogenannte „akute Zystitis“ zeigt sich durch einen starken Drang, zur Toilette zu müssen. Beim Wasserlassen kommen jedoch nur wenige Tropfen, verbunden mit Brennen, Schmerzen und Krämpfen.

Männer erkranken nur ganz selten an einer Blasenentzündung. Ein Urintest mittels Teststreifen gibt schnell Auskunft darüber, ob ein Blaseninfekt vorliegt. Der Test kann auch zu Hause durchgeführt werden.

Die Behandlung

Man unterscheidet bei einer Blasenentzündung zwei Schweregrade, die eine unterschiedliche Herangehensweise erfordern. Eine akute leichte Infektion kann im Rahmen der Selbstmedikation ohne Antibiotika behandelt werden. Empfohlen wird die Einnahme von dreimal täglich Ibuprofen über drei Tage in Kombination mit einem hochdosierten Cranberry-Präparat für eine Woche.

Ibuprofen wirkt schnell schmerzlindernd und entzündungshemmend. Cranberry sorgt dafür, dass die oberste Blasenschleimhautschicht abgestoßen wird, in der die Erreger sitzen. Handelt es sich um einen schweren Blaseninfekt, so ist der Gang zum Arzt unerlässlich.

Der schwere Infekt wird daran erkannt, dass Blut im Urin nachweisbar ist, der Urin stark riecht, starke Schmerzen auftreten und auch Fieber mit Schüttelfrost auftritt. Der Arzt verordnet nun ein passendes Antibiotikum gegen die Erreger. Die große Gefahr besteht nämlich darin, dass die Keime unbehandelt bis in die Niere aufsteigen und dort eine gefürchtete Nierenbeckenentzündung auslösen.

Wie behandelt man eine chronische Blasenentzündung?

Viele Frauen erleiden mehrfach im Jahr einen Blaseninfekt. Für eine dauerhafte Einnahme ist Cranberry nicht geeignet, weil die Blase auf Dauer gereizt wird. Das Hauptaugenmerk muss auf einer Normalisierung der Darmflora und auf ein gut funktionierendes Immunsystem gerichtet werden. Dazu eignet sich eine Kur mit Probiotika, um eine gesunde Darmflora
aufzubauen, kombiniert mit ausgewählten Mikronährstoffen fürs Immunsystem.

Dadurch wird man deutlich widerstandsfähiger gegenüber Blaseninfektionen. Die Heilpflanzen Goldrutenkraut und Birkenblätter kann man hervorragend als löslichen Arzneitee anwenden. Eine Kombination aus Rosmarin, Liebstöckelwurzel und Tausendgüldenkraut in Kapsel- oder Tropfenform wirkt ebenfalls vorbeugend vor einer Blasenentzündung.

Warum häufen sich Blaseninfekte in den Wechseljahren?

In den Wechseljahren führt der Mangel am weiblichen Geschlechtshormon Östrogen dazu, dass die Schleimhäute austrocknen und schützende Laktobazillen fehlen. Hier hilft der pflanzliche Hormonersatz Isoflavon in Kombination mit der Omega 3 Fettsäure DHA.

Zur Intimpflege bitte nur Wasser oder milde Waschlotionen anwenden, damit das natürliche Scheidenmilieu nicht gestört wird. Am besten meidet man alkalische Seifen, Intimsprays und Scheidenspülungen gänzlich. Intimtücher sind nur für Ausnahmefälle ratsam. Zur Pflege der Intimzone eignen sich dagegen Intimcremes mit hautverwandten Lipiden.

MEIN GANZ BESONDERER TIPP:

Kann die Unterwäsche nicht mit 60 Grad gewaschen werden, so sorgt ein Hygiene-Wäschespüler dafür, Bakterien zuverlässig abzutöten. Nasse Badekleidung immer sofort ausziehen und die Ballerinas – auch wenn es schwer fällt – nur bei warmem Wetter tragen.

 

 

Artikel von Dr. Holger Isensee


Hinweis: Dieser Artikel ist zuerst in der “Apothekenzeitung Gesundheit” erschienen. Ausgabe: Oktober • Dezember 2017.


Herausgegeben von dem Apotheker-Ehepaar Dr. Holger Isensee und Stephanie Isensee aus Pforzheim, in enger Kooperation mit DR.LECHNER© und MensSana.

Als Apotheke können auch Sie diese individualisierbare Zeitung ohne die übliche Werbeflut Ihren Kunden anbieten und sich als Mikronährstoff-Experte positionieren.

Interessiert? Erfahren Sie hier mehr:

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.