Seit Jahren wird Fett fälschlicherweise als reiner Dickmacher verteufelt. Fette stellen allerdings ganz wichtige Bausteine zum Aufbau der Zellwände und von regulatorischen Botenstoffen dar. Daneben dient Fett als Energiespeicher für magere Zeiten. Chemisch betrachtet sind Fette Verbindungen aus Glycerin mit drei Fettsäuren.

Bestimmte Fettsäuren kann der menschliche Körper selbst herstellen. Omega- 3-Fettsäuren hingegen sind lebensnotwendige Fettsäuren, die wir über die Nahrung aufnehmen müssen. Gerade sie bilden die genannten wichtigen Bausteine von Zellstrukturen und Botenstoffen.

Man findet sie in größeren Mengen in Algen, Gras sowie in Hochseefisch wie Lachs, Sardinen oder Makrelen. Fische, die frei im Meer leben, nehmen diese Fettsäuren über ihre Algennahrung auf. Vorsicht: In Fischfarmen werden sie anders gefüttert. Deshalb enthält nur Hochseefisch die beiden langkettigen Omega- 3-Fettsäuren DHA und EPA.

Auch Weiderinder und die von ihnen gewonnen Milchprodukte verfügen über diese wertvollen Fettsäuren, die sie auf der Weide über Pflanzennahrung zu sich nehmen. Kurzkettige Varianten finden sich in Rapsöl und in Leinöl. Da der menschliche Körper diese Fettsäuren kaum in die langkettigen DHA und EPA umwandeln kann, können wir den Bedarf durch solche pflanzlichen Fette nicht decken!

Andere Pflanzenöle wie etwa Keimöl oder Sonnenblumenöl enthalten vor allem Omega- 6-Fettsäuren. Im Zeitalter der Masttierhaltung und der industriellen Herstellung von Lebensmitteln stellt sich folgendes Problem: Wir nehmen heute bis zu fünfzigmal mehr Omega-6- Fettsäuren zu uns anstelle der wichtigen Omega-3-Fettsäuren.

Welche Folgen hat das? Viele Zivilisationskrankheiten lassen sich ursächlich darauf zurückführen, dass das falsche Baumaterial verwendet wird. Die Hautstruktur verändert sich so, dass sich Neurodermitis oder Akne ausbilden, die Haut rissig wird und Wundheilungsstörungen vorliegen.

Die Schutzschicht unter der Haut wird dünn, man neigt schnell zu blauen Flecken. Generell steigt die Entzündungsneigung im Körper an, und chronische Schmerzzustände können sich einstellen. EPA und DHA dagegen schalten Entzündungen regelrecht ab und sparen dadurch Schmerzmittel ein.

Positive Wirkungen auf Herz, Blutdruck, Gefäße und Nervenzellen

Beide Fettsäuren wirken herzschützend, senken die Gefahr für einen plötzlichen Herztod und Herzinfarkt und wirken rhythmusstabilisierend bei Vorhofflimmern. Auch der Blutdruck sinkt durch die regelmäßige Einnahme von EPA, weil die Gefäßwände elastischer werden.

EPA wirkt zudem als natürlicher Blutverdünner. Die Fettsäure DHA verbessert die Nervenfunktion im Gehirn. Daher bessern sich durch DHA psychische Krankheiten wie Depressionen. Sowohl DHA als auch EPA senken die Cholesterinwerte und die Blutfettwerte insgesamt.

Bei Asthma beeinflussen sie den Krankheitsverlauf positiv. Schlussendlich werden sie in der Schwangerschaft eingesetzt zur Gesunderhaltung der Mutter und zur optimalen Entwicklung des Kindes. Wie deckt man den Bedarf? Viele Menschen sind der Ansicht, dass EPA und DHA in Form von Fischölkapseln doch günstig zu haben sind.

Heutzutage ist Hochseefi sch jedoch so stark schwermetallhaltig, dass schwangeren Frauen in den USA vom regelmäßigen Verzehr sogar abgeraten wird. Die Lösung liegt im Epax-Gütesiegel, das schadstofffreie Ressourcen ohne Schwermetallrückstände bei nachhaltigem Fischfang garantiert. Essen wir Fleisch, so sollte die Wahl auf Bioprodukte fallen, weil nur dort vermehrt Omega-3-Fettsäuren enthalten sind.

MEIN BESONDERER TIPP:

Man sollte sich immer vor Augen führen, dass die Fettsäuren erst nach und nach im Körper eingebaut werden und die Zufuhr dauerhaft erfolgen muss.

Artikel von Dr. Holger Isensee


Hinweis: Dieser Artikel ist zuerst in der “Apothekenzeitung Gesundheit” erschienen. Ausgabe: Januar • März 2019.


Herausgegeben von dem Apotheker-Ehepaar Dr. Holger Isensee und Stephanie Isensee aus Pforzheim, in enger Kooperation mit DR.LECHNER© und MensSana.
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